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In der Chronik der Dorfener Feuerwehr ist dem Bierkrieg ein großer Eintrag gewidmet. Hier die Aufzeichnungen des Chronisten:

„Sonntag, den 5.J uni nachmittags ¾ 2 Uhr: Feuer Alarm! Es brannte im Bachmayerschen Gasthaus zum Jakobmayer. Genährt durch sehr starken Ostwind ergriff das Feuer die Nebenanwesen Guggetzer und Hammerschmied. Mit großer Aufgabe und Tätigkeit ist es uns gelungen, das Kaufhaus zum Ziegler zu erretten. Fast zu gleicher Zeit kam die Meldung an das Comando, dass es in entgegengesetzter Richtung im Wailtl-Gasthause zum Seifensieder ebenfalls brenne, und eine Verteilung der hiesigen, und der bereits rundwärts eingetroffenen Feuerwehren in schnellster Weise geschehen musste. Die Nebenanwesen Bilberger, Nadler und Forster wurden ebenfalls vom Feuer zerstört, und durch den heftigen Wind war auch die Brauerei Bachmayer, sowie das ältere Anwesen des H. Rotgerbers Lipp sehr stark in Gefahr, deren Rettung nur durch ein friedliches, tüchtiges Zusammenwirken möglich war. Von auswärtigen, zur Hilfe herbeieilenden Feuerwehren sind erschienen: Armstorf, Buchbach, Eibach, Grüntegernbach, Hausmehring, Hofkirchenm, Isen, Lappach, Lengdorf, Schwindegg, Schwindkirchen, Schiltern, St. Wolfgang, Taufkirchen, Wasentegernbach, Watzling, Zeilhofen. Auf die telefonische Anmeldung des großen Brandes hier, erschien vom kgl. Bezirksamte Herr Assessor Schricker, der nach Besichtigung der Brandstätte seine Anerkennung über die geleistete Arbeit und Lokalisierung des Brandes aussprach.
Ca. 6 Uhr abends konnte der Brand als bewältigt erachtet werden und blieb nur mehr das abkommandierte, verstärkte Feuerpiquet am Platze. Leider kam es zu unliebsamen Ausschreitungen; der Genuss des Freibieres, dem jüngere Burschen insbesonders zusprachen, erhitzte die ohnedies schon über den Bierpreis aufgeregten Leute, und es entstand gegen 9 Uhr abends eine offene Revolte, vor dem Gasthof Bachmayer, und wurden da sämtliche Fenster und Läden, sowohl im Gast- und Nebenzimmer Einrichtungsgegenstände und Beleuchtungskörper demoliert. Es waren ungefähr 200 bis 300 Mann, denen gegenüber die Schutzmannschaft, wie das Comando der Feuerwehr machtlos war.
Gegen Mitternacht kam Herr Assessor Schricker nochmals per Auto von Erding mit verstärkter Schutzmannschaft und es gelang dann allmählich die Exzendenten zu vertreiben. Bei beiden Bränden ist Brandstiftung sicher anzunehmen, zumal vorher Brandbriefe an die Brauereibesitzer ergangen sind. Dieser Sonntag, 5. Juni, ist ein einzig dastehender trauriger Vorkommnisse, die ein gerichtliches Verfahren nach sich ziehen.
Öffentlichen Dank haben ausgesprochen: Josef Bachmayers Söhne, Josef Ziegler, Johann Lipp, Guggetzer und Hammerschmid, Obermeier, Eiglsperger, Sewald, Wailtl, L. Kasper. Als bemerkenswert darf gelten, dass damals selbst das Ausland Notiz von Dorfen genommen hat. Englische, amerikanische und französische Zeitungen schrieben spaltenlange Berichte und das Pariser Boulevardblatt „Le Figaro" schloss seinen Hohnbericht auf die deutsche Disziplin mit dem Spottvers: Un pompier et un pompier, ca fait presque un guerrier. Übersetzt: Ein Feuerwehrmann, ein Feuerwehrmann, fasst schlimmer als ein Krieger an.
Noch im gleichen Jahr (1910) muß die Chronik berichten: „Einen Tag vor Heilig Abend schloß der Mann seine Augen zum ewigen Schlummer, der in der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Dorfen die alte Ordnung und Überlieferung verkörpert hat, der Ehrenvorstand, Ökonomierat Bachmayer. Seinem letzten Wunsche gemäß, wurde der Anfall aus der Sterbekasse mit 350 Mark der Feuerwehr zugewendet und als Bachmayersche Sitftung der gemeindlichen Sparkasse hinterlegt. 1912 trat Kommandant Wandinger zurück und Albert Bachmayer übernahm die Führung. Allmählich ging die sogenannte „Gute alte Zeit" zu Ende.


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