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Pfarrer geißelt Ausbeutung der Armen
Fortsetzung ...
Es seien Knechte und Handwerksburschen gewesen, die als Entlohnung nicht recht viel mehr als das tägliche Essen und ein paar Pfennige bekommen hätten. Der einzige Luxus dieser Bevölkerungsschicht sei es gewesen, bei ein paar Maß Bier abschalten zu können. Doch dieses kleine Vergnügen sei ihnen durch die Bierpreiserhöhung in Folge der Hochrüstungspolitik von Kaiser Wilhelm in Berlin und dem Prinzregenten in München verleidet worden. Damit Deutschland den ersten Weltkrieg habe führen können, hätten die kleinen Leute finanziell bluten müssen, nicht die Reichen.
In der heutigen Zeit sei das nicht anders, kritisierte der Pfarrer. Banken und Spekulanten hätten durch unverantwortliche Geschäfte Milliarden verbrannt, die Zeche dafür müssten wieder die Menschen zahlen, die am wenigsten hätten: Hartz-IV-Empfänger, Familien Kranke, Alte und Kinder, bei denen an der Bildung gespart werde. Die Verursacher der Krise würden nicht nur ungestraft davon kommen, sie würden auch von den Regierungen noch finanziell entschädigt. "Die heutigen Kriege werden nicht mehr mit Waffen geführt", so der Geistliche, "sondern mit Aktien und Computern". Man brauche sich nicht zu wundern, wenn im Lande der soziale Unfriede ansteige.
Eschbaumer forderte die Gläubigen dazu auf, nicht den Verlockungen des schnöden Mamons zu erliegen. Es gelte zusammenzuhalten und Werte wie Gemeinsamkeit, Hilfsbereitschaft und Glauben zu festigen.
Nach seiner etwa 15 Minütigen Predigt erhielt der Dorfener Pfarrer spontanen Beifall von den Gottesdienstbesuchern. Viele waren sich nach der Kirche einig, dass dies Eschbaumers emotionalste Predigt war, die er je in Dorfen gehalten hat.










